Konferenz im Darmstadtium

KonM 4.0 als Impulsgeber für Hessen

Konferenz im Darmstadtium zeigte Unternehmen den Weg in die Digitalisierung auf/ Darmstadt Rhein Main Neckar soll zur Leitregion werden/ Zweite Auflage 2017 geplant/ Hessen Trade & Invest als landesweiter Vernetzer zu Industrie 4.0
Für Hessens Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir bieten digitale Technologien große Möglichkeiten für eine ressourcenschonendere Industrie. Die elektronische Vernetzung der Produktion könne beispielsweise Abläufe optimieren, die Herstellung besser an den Bedarf anpassen und den Anteil fehlerhaften Ausschusses senken, sagte Al-Wazir am Montag in Darmstadt, wo er gemeinsam mit Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel die Konferenz „Mittelstand 4.0 – Mehrwert durch Digitalisierung“ eröffnete.
In Darmstadt entsteht das „Mittelstands-Technologiezentrum für Industrie 4.0“, eine von bundesweit fünf Anlaufstellen, die im Auftrag des Bundeswirtschaftsministeriums kleine und mittlere Unternehmen bei Fragen rund um die digitale Technologie beraten. Al-Wazir maß der Digitalisierung enorme Bedeutung für die Zukunftsfähigkeit von Unternehmen zu: „Umso mehr freue ich mich über die Unterstützung durch das Bundeswirtschaftsministerium, denn das Kompetenzzentrum MiT 4.0 wird eine wichtige Servicestelle für hessische Unternehmen sein und damit auch den Standort Hessen stärken.“ Hessen sei für die Herausforderungen der Industrie 4.0 bestens gewappnet: „Der Ausbau des schnellen Internets und die leistungsfähigen Rechenzentren in Hessen sichern die nötige Infrastruktur, und das Forschungszentrum CASED an der TU Darmstadt ist bundesweit führend im Bereich der IT-Sicherheitsforschung.“
Rund 200 Geschäftsführer, Produktionsleiter, IT-Leiter und Wissenschaftler nicht nur aus Hessen kamen am 15. und 16. Februar 2016 im darmstadtium zusammen, um sich über die Herausforderungen von Industrie 4.0 auszutauschen, voneinander zu lernen und die Digitalisierung als Mehrwert für die Wettbewerbsfähigkeit kennenzulernen. Veranstalter der KonM 4.0 war das regionale IT-Kompetenznetzwerk IT for work e.V. in Zusammenarbeit mit der Industrie- und Handelskammer (IHK) Darmstadt Rhein Main Neckar. Die Hessen Trade & Invest GmbH war Hauptsponsor und Mitglied im Programmbeirat der Konferenz, deren Erstauflage unter der Schirmherrschaft des Bundeswirtschaftsministers und des Hessischen Wirtschaftsministers stand.
Digitalisierung bietet Chancen
Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel hob die Chancen von Industrie 4.0 für den Innovations- und Wirtschaftsstandort Deutschland hervor. Das „Mittelstands-Technologiezentrum für Industrie 4.0 („MiT 4.0“) in Darmstadt soll im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie eine von bundesweit fünf Anlaufstellen für kleinere und mittlere Unternehmen bei Fragen rund um die digitale Technologie und Industrie 4.0 werden.
Darmstadt als Leitregion für Digitalisierung
„Wir haben bereits mehrere Digitalisierungsprojekte initiiert und betreut, durch die mittelständische Unternehmen ihre Effizienz klar steigern konnten. Wir möchten weitere Projekte dieser Art umsetzen. Die KonM4.0 ist ein wichtiger Baustein auf diesem Weg“, so Goodarz Mahbobi, Vorstand von IT for work, in seiner Eröffnungsrede. Prof. Dr. Kristina Sinemus, Präsidentin der IHK Darmstadt Rhein Main Neckar, ergänzte: „Wir wollen Darmstadt Rhein Main Neckar als Leitregion für mittelständische Lösungen rund um Digitalisierung und Industrie 4.0 positionieren. Auf der Konferenz KonM 4.0 werden praktische Beispiele vorgeführt und Vorgehensweisen aufgezeigt. Die Unternehmen in unserer Region – große wie kleine – müssen sich mit der Digitalisierung auseinandersetzen, wenn sie wettbewerbsfähig bleiben wollen.“
Projektbüro Intelligente Fabrik: Hessen Trade & Invest als landesweiter Vernetzer für Industrie 4.0
Dem stimmte auch Dr. Rainer Waldschmidt zu, Geschäftsführer der hessischen Wirtschaftsförderungsgesellschaft Hessen Trade & Invest GmbH, die die Veranstaltung als Hauptsponsor unterstützte. „Mit der KonM 4.0 wollen wir weiterführende Impulse für ganz Hessen setzen. Das praxisnahe Methodenwissen und die vielfältigen Möglichkeiten des Austauschs tragen mittelbar dazu bei, die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen landesweit zu stärken.“ Das Projektbüro Intelligente Fabrik Hessen bei der Hessen Trade & Invest war im Programmbeirat der Veranstalter eingebunden. Seit Ende 2014 ist das Büro Anlaufstelle für Unternehmen und Akteure, informiert zum Thema und vernetzt Unternehmen, Wissenschaftler, Verbände und weitere Akteure hessenweit miteinander. So können Unternehmen geeignete Kooperationspartner vermittelt und für Austausch zu Industrie 4.0 gesorgt werden. „Dem künftigen MiT 4.0 steht die Wirtschaftsfördergesellschaft des Landes als Multiplikator zur Verfügung, damit auch Unternehmen in ganz Hessen von den Angeboten profitieren können“, so Dr. Waldschmidt.
Information, Austausch und Lernen
Digitalisierung wird immer mehr zum maßgeblichen Wettbewerbsfaktor. Auch kleinere und mittlere Unternehmer müssen ihren Betrieb von Grund auf neu denken. Aber was ist wirtschaftlich sinnvoll und was eher Spielerei? Was ist technisch umsetzbar und was Zukunftsmusik? Wie haben andere Unternehmen ihren Produktzyklus erfolgreich digitalisiert? Was kann man sich davon abschauen?
Bei der KonM 4.0 wurde anhand innovativer Best-Practice-Beispiele und in Workshops gezeigt, welchen Mehrwert Unternehmer aus dem für sie richtigen Grad an Digitalisierung ziehen können. Die Besucher erhielten einen Überblick über den aktuellen Stand von Technik und Forschung – mit einer Exkursion in die „Effiziente Fabrik 4.0“ der TU Darmstadt. Am zweiten Tag hatten Unternehmer Gelegenheit, an einem von vier Workshops teilzunehmen und wichtige Methodenkompetenz zu erhalten, wie sie Digitalisierung in ihren Betrieben umsetzen können. 2017 soll die KonM 4.0 wieder stattfinden.