Unternehmensbarometer Digitalisierung

10 Kernpunkte für die Digitalisierung

Die Auswertung einer Online-Umfrage, an der sich das unternehmerische Ehrenamt der IHK-Organisation beteiligt hat, fand am 16. bis 24. März 2016 statt. Die Ergebnisse zum Thema Digitalisierung ergaben, dass sich ein Viertel der Unternehmen in Sachen Digitalisierung gut aufgestellt fühlen, gemessen an Breitbandzugang und IT-Ausstattung, Anwendungsspektrum, Aufgeschlossenheit und Kompetenz handelnder Personen gegenüber Digitalisierungsthemen.
 
Welche Auswirkung hat die Digitalisierung auf Unternehmen?
Als wesentliche Herausforderungen stehen die Themen IT-Sicherheit, Weiterbildung und Investitionen ganz oben auf der Prioritätenliste der Unternehmen. Dies gilt branchenübergreifend und über alle Größenklassen hinweg. Laut der durchgeführten Umfrage sehen 83% einen eigenen Investitionsbedarf, fürchten aber gleichzeitig wachsende Sicherheitsrisiken. 85% der Unternehmen halten daher mehr Weiterbildung für unumgänglich.
 
Wie weit ist die Digitalisierung bereits im Unternehmensalltag angekommen?
Am Fachbeispiel des Wirtschaftszweigs Industrie haben 81% der Industrie-Unternehmen ihre Prozesse und Produkte vernetzt und 61% nutzen bereits digitale Plattformen.
Die drei wichtigsten Hürden für Unternehmen, auf dem Weg zur vollständigen Digitalisierung, sind zum einen der Mangel an qualifizierten Mitarbeitern, zum anderen gaben die Unternehmen ihre große Sorge um die IT-Sicherheit bei der Digitalisierung zum Vorschein. Eine weitere Hürde, vielleicht sogar die Größte,  ist zudem der Investitionsbedarf, um die Digitalisierung weiter voranzutreiben.
Mehr als zwei von drei der Unternehmen sehen Chancen durch neue Geschäftsmodelle. Zugleich erhöhen diese aber auch, für über die Hälfte der Unternehmen, den Konkurrenzdruck. Die Betriebe sehen sich insbesondere mit neuen Geschäftsmodellen, vermittelt über digitale Plattformen, konfrontiert.
Zusätzlich sehen sich 84% durch gesetzliche Vorgaben, im Hinblick auf die Digitalisierung, Einschränkungen ausgesetzt.  Dies betrifft hauptsächlich den Bereich der IT-Sicherheit und des Datenschutzes.
 
Nutzung von Cloud-Anwendungen
Mit 71% ist Social Media die meist genutzte „neue Technologie“ von Unternehmen. Dass nur 68% der Unternehmen auf die Vorteile von Cloud-Anwendungen zurückgreift liegt, laut der Umfrage, hauptsächlich an Bedenken bezüglich der Sicherheit ihrer Daten. Aber auch rechtlichen Unsicherheiten (19%), die Übertragungsrate des Breitbandanschlusses (15%, hauptsächlich KMUs) und der Investitionsbedarf (12%) führen zu Unsicherheiten. 

10 Kernpunkte für die Digitalisierung – politische Forderungen zur Digitalisierung

Um die Sorgen und Bedenken zu reduzieren und um die Wirtschaft bei der Digitalisierung zu unterstützen, sollte die Bundesregierung…
  • ... sich dafür einsetzen, digitale Basiskompetenzen in den Schulen sowie in der Lehrerbildung zu vermitteln.
  • … Initiativen zur IT-Sicherheit von KMUs stärker koordinieren und das Zusammenspiel von Staat und Wirtschaft verbessern.
  • … die Anpassung der Weiterbildungen im IT-Bereich an die sich verändernden Anforderungen zügig einleiten.
  • … ein klares langfristiges Infrastrukturziel für den Breitbandausbau formulieren.
  • … gemeinsam mit der Wirtschaft die Vernetzung von Unternehmen über digitale Plattformen unterstützen.
  • … sich stärker für die Durchsetzung europäischer Standardisierungs- und Zertifizierungslösungen einsetzen.
  • … Unternehmensgründungen,- wachstum und – finanzierung fördern.
  • … Raum für die Chance der Digitalisierung in der Arbeitswelt lassen.
  • … sich für Klarheit bei der Frage Datennutzungsrechte einsetzen.
  • … die Digitalisierung und intelligente Vernetzung in der Verwaltung intensivieren und stärker koordinieren.